Am 27. Februar wurde in Hamburg die Dienstleistungsgewerkschaft Luft Verkehr Sicherheit gegründet.

Sie wendet sich vor allem an Mitarbeiter an Flughäfen, steht aber auch anderen offen. Dabei hat die Gewerkschaft das Sicherheitsgewerbe im Blick. Dort gibt es bisher die größten Versäumnisse. Trotz der Einführung des Ausbildungsberufs Fachkraft für Schutz und Sicherheit IHK, ist dieser noch immer nicht zum Standard im Sicherheitsgewerbe geworden, darum ist auch die Weiterbildung zum Meister für Schutz und Sicherheit derzeit keine wirkliche Perspektive im Sicherheitsgewerbe. Das wirkt sich auch auf die Löhne aus. Noch immer wird im Sicherheitsgewerbe Mindestlohn gezahlt und dieser Vielerorts sogar umgangen, dabei müsste jeder Mitarbeiter eigentlich längst deutlich besser gestellt sein. Ein eindeutiges Versagen der Monopolgewerkschaft ver.di!

Doch auch die welche schon besser verdienen, zum Beispiel an den Flughäfen werden längst nicht optimal betreut, das zeigt sich derzeit bei den aktuellen Betriebsratswahlen wo die Kollegen teilweise im Regen stehen gelassen werden.

Die Tarifsituation ist mehr als unzureichend, auch dort sind Verbesserungen unumgänglich.

Besonders schlimm ist die Lage bei den sogenannten Bodenverkehrsdiensten, hier muss sich deutlich etwas ändern, von ver.di gibt es jedoch meist nur Betroffenheitsbekundungen.

Warum dafür eine neue Gewerkschaft? Weil sich die Anforderungen an Gewerkschaften grundlegend geändert haben.

Heute zählt nicht mehr klassenkämpferische Agitation und Propaganda, heute geht es um echte Dienstleistung, auch für Gewerkschaften, die Kollegen möchten sehen was sie für ihr Geld bekommen, die Ausrede der Solidargemeinschaft reicht vielen nicht mehr. Gewerkschaften müssen die Interessen ihrer Mitglieder im Blick haben und dürfen nicht eigene Interessen haben die diesen entgegenstehen. Das ist bei den derzeitigen Gewerkschaften aber oft der Fall. Gewerkschaften müssen in der Lage sein ihre Mitglieder überall hin mit zu begleiten und ihnen dabei helfen sich zu entwickeln. Die Zeiten in denen man sein ganzes Leben lang nur einen Beruf ausgeübt hat sind vorbei. Der Arbeitsmarkt 4.0 wird große Verwerfungen mit sich bringen und es sieht nicht danach aus, dass die Monopolgewerkschaften darauf schon in irgendeiner Weise vorbereitet sind. Sie sind stattdessen Stolz auf den Mindestlohn!

Es geht aber nicht um Mindestlohn, davon kann kein Mensch leben, es geht um Zukunftsfähigkeit, es geht um Entwicklung, Qualifikation und zukunftsfähige Löhne die auch das Alter absichern, dass ist beim Mindestlohn nicht der Fall, der verwaltet nur die Armut!

Gewerkschaften sind nicht verlängerter Arm der Politik in die Arbeitnehmerschaft, sondern verlängerter Arm der Arbeitnehmer in die Politik! Gewerkschaft ist nicht an eine Partei gebunden sondern an die Arbeitnehmer! Sie sucht sich ihre Verbündeten in der Politik nach Interessenlage und nicht nach Historie oder Proporz, je nach dem wo man Zuspruch und Mehrheit findet und nicht nach Parteibuch!

Darum wurde die Dienstleistungsgewerkschaft Luft Verkehr Sicherheit gegründet um den Arbeitnehmern wieder Hoffnung und Kraft für die Zukunft zu geben. Die alten Gewerkschaftsblöcke sind dieser Aufgabe nicht mehr gewachsen, es braucht neue mutige, innovative und zukunftsorientierte Gewerkschaften!

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